Sandfilter vs. Kartuschenfilter
Die zwei üblichen Poolfilter im Vergleich: wie fein sie filtern, Rückspülen gegen Gartenschlauch, Wasser und Geld über die Saison, und wem welcher liegt.
Zsolt Kocsmarszky · Aktualisiert
Ein Sandfilter und ein Kartuschenfilter machen das Wasser ungefähr gleich sauber; der eigentliche Unterschied liegt darin, wie man den Filter selbst sauber hält. Im Sandfilter drückt die Pumpe das Wasser von oben durch ein Bett aus Filtersand im Kessel, und der Schmutz bleibt im Sand. Im Kartuschenfilter strömt es durch gefaltetes Polyestervlies um einen Kern, und der Schmutz bleibt auf dem Vlies. Den einen reinigt man, indem man ein paar Minuten lang Wasser rückwärts hindurchschickt, den anderen nimmt man heraus und spritzt ihn ab.
Welcher zu Ihnen passt, hängt weniger an der Mikrometerzahl im Prospekt als an vier nüchternen Fragen: was in Ihrem Pool landet, was Ihr Wasser kostet, wohin schmutziges Wasser darf und ob Sie lieber einen Hebel drehen oder einen Schlauch halten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bekommt ein Einbaubecken in aller Regel eine Sandfilteranlage mit 6-Wege-Ventil; Kartuschenfilter sieht man vor allem an Aufstell- und kleinen Becken. In den USA, wo Wasser in manchen Regionen knapp ist, stehen beide gleichberechtigt nebeneinander.
- so feine Partikel hält ein sauberes Sandbett typischerweise zurück
- 20–40 µmso feine Partikel hält ein sauberes Sandbett typischerweise zurück
- dasselbe für eine Faltkartusche
- 10–20 µmdasselbe für eine Faltkartusche
- typische Standzeit von Filtersand; Filterglas hält oft länger
- 5–7 Jahretypische Standzeit von Filtersand; Filterglas hält oft länger
- typische Lebensdauer einer Kartusche, je nach Größe und Last
- 1–3 Saisonstypische Lebensdauer einer Kartusche, je nach Größe und Last
Auf einen Blick
| Sandfilter | Kartuschenfilter | |
|---|---|---|
| Hält Partikel zurück bis | ~20–40 µm; Filterglas feiner | ~10–20 µm |
| Reinigung | Rückspülen: Ventil drehen, 3 Minuten | Herausnehmen, abspritzen, 20 Minuten |
| Wie oft | Alle ein, zwei Wochen in der Saison | Alle paar Wochen, dazu ein Reinigerbad |
| Wasser je Reinigung | 300–1.000 Liter in den Kanal | Was der Gartenschlauch braucht |
| Verschleiß | Sand alle 5–7 Jahre, Glas länger | Kartuschen alle 1–3 Saisons |
| Laub, Pollen, grünes Frühjahr | Steckt es weg | Setzt sich schnell zu; Ersatzsatz nötig |
| Anschaffung | Meist der günstigere Kessel | Meist teurer, Kartuschen laufend |
| Ideal für | Die meisten Einbaubecken, Bäume, wenig Aufwand | Kleine Becken, teures Wasser, kein Kanal |
Wie beide den Schmutz fangen
Der Sandfilter arbeitet in der Tiefe. Das Wasser tritt oben in den Kessel ein, verteilt sich über ein Bett aus Filtersand, meist Quarzsand der Körnung 0,4–0,8 mm, und verlässt ihn unten durch geschlitzte Filterkerzen. Der Schmutz setzt sich zwischen den Körnern fest, und zwar im ganzen Bett, nicht nur oben. Ein sauberes Bett hält Partikel bis etwa 20 bis 40 Mikrometer zurück und wird mit zunehmender Beladung sogar besser, weil der gefangene Schmutz die Zwischenräume verengt; deshalb verschlechtert Rückspülen aus Gewohnheit das Wasser, statt es zu verbessern. Filterglas, gebrochenes Recyclingglas, das statt Sand in denselben Kessel kommt, filtert nach Herstellerangaben feiner, oft 10 Mikrometer und weniger.
Die Kartusche arbeitet an ihrer Oberfläche. Das Wasser strömt von außen nach innen durch das gefaltete Vlies, und das Vlies hält Partikel bis etwa 10 bis 20 Mikrometer zurück. Die Falten bringen erstaunlich viel Filterfläche in einem kleinen Gehäuse unter, und genau diese Fläche kaufen Sie eigentlich: Eine für den Pool großzügig bemessene Kartusche läuft wochenlang ohne Reinigung, eine zu kleine ist nach einem vollen Wochenende dicht.
Was die Zahlen im Wasser bedeuten: Unterhalb von etwa 40 Mikrometern erkennt das Auge keine einzelnen Partikel mehr, beide Filter liefern also klares Wasser. Die feinere Zahl der Kartusche zeigt sich als etwas mehr Brillanz, nicht als Unterschied zwischen trüb und klar. Trübes Wasser liegt fast immer an der Wasserchemie oder an zu wenig Umwälzung, und das behebt kein Filter allein.
Reinigen, und wie ein Samstagvormittag aussieht
Den Sandfilter reinigt man durch Rückspülen, und das Manometer sagt, wann: sobald es etwa 0,3–0,5 bar über dem Wert des frisch gereinigten Filters steht, maßgeblich ist die Angabe des Herstellers. Pumpe aus, 6-Wege-Ventil auf „Rückspülen“, Pumpe zwei, drei Minuten laufen lassen, bis das Schauglas klar ist, Pumpe aus, eine halbe Minute „Nachspülen“, damit sich das Bett setzt, dann zurück auf „Filtern“. Das dauert fünf Minuten, und den Schmutz fassen Sie nie an. Im vollen Sommer ist das alle ein, zwei Wochen fällig, nach einem Gewitter, einer Party oder dem Saisonstart früher.
Den Kartuschenfilter reinigt man von Hand. Pumpe aus, Entlüftung öffnen, Spannring oder Deckel lösen, Kartusche herausheben und von oben Falte für Falte abspritzen, mit einer Flachstrahldüse, nicht mit dem Hochdruckreiniger, der das Vlies zerfasert. Wieder einsetzen, schließen, entlüften, starten. Rechnen Sie mit zwanzig Minuten und nassen Schuhen. Alle paar Wochen in der Saison ist üblich, und ein- oder zweimal pro Saison will die Kartusche über Nacht in Kartuschenreiniger liegen, der Sonnencreme und Hautfett löst, die der Schlauch nicht erwischt.
Die Gewohnheit, bei der jeder Kartuschenbesitzer irgendwann landet, ist ein zweiter Satz. Schmutzige Kartusche raus, saubere rein, und die schmutzige wird gereinigt, wenn es passt, statt bei stehender Pumpe und wartendem Pool. Das löst auch den einen praktischen Haken: Abspritzen ist Arbeit für draußen, und steht die Technik im Keller, tragen Sie eine tropfende Kartusche die Treppe hinauf.
Beim Einwintern trennen sich die Wege noch einmal. Der Sandfilter wird rückgespült, über die Ablassschraube unten am Kessel entleert und mit dem Ventil in Stellung „Winter“ stehen gelassen, falls es eine hat; der Sand bleibt drin. Die Kartusche kommt heraus, wird gründlich gereinigt und überwintert trocken und frostfrei, und dabei sieht man auch, ob sie noch eine Saison schafft.
Das Wasser, das in den Kanal geht
Das Rückspülen ist der eine echte Preis des Sandfilters. Jede Rückspülung schickt zwei, drei Minuten lang den vollen Pumpenstrom ins Abwasser, bei einer Anlage für den Hausgarten typischerweise 300 bis 1.000 Liter, je nach Kesselgröße und Pumpe. Alle ein, zwei Wochen über einen Sommer summiert sich das auf 3 bis 15 m³ pro Saison: Wasser, das Sie samt Abwassergebühr bezahlen und dann erneut aufheizen und aufbereiten. Rückspülen nur nach Manometer hält die Menge klein; auf null bringt sie nichts. Eine Kartusche braucht zum Abspritzen zehn, fünfzehn Minuten Gartenschlauch, alle paar Wochen statt jede Woche, und der Pool selbst verliert dabei nichts: Kein warmes, aufbereitetes Beckenwasser geht verloren.
Wohin das Rückspülwasser darf, regelt die Gemeinde, und das sollten Sie vor der Entscheidung klären. Es enthält Chlor und alles, was der Filter gefangen hat, deshalb gehört es in der Regel in den Schmutzwasserkanal, nicht in den Regenwasserkanal, in einen Bach oder auf die Wiese des Nachbarn. Liegt der Technikschacht tiefer als der Kanalanschluss, braucht es eine Hebeanlage. Ein Kartuschenfilter braucht gar keinen Kanalanschluss, nur einen Wasserhahn und einen Platz draußen zum Abspritzen.
Ganz verloren ist das Rückspülwasser allerdings nicht. Für viele Pools ist es der einzige regelmäßige Wasserwechsel. Ein Pool, der nie rückgespült wird, wird nie verdünnt, und wer mit stabilisierten Chlortabletten arbeitet, etwa Multitabs, reichert über die Saison Cyanursäure an, bis das Chlor nicht mehr richtig wirkt; irgendwann muss dann ohnehin ein Teil des Wassers getauscht werden. Wer Kartusche und Tabletten kombiniert, sollte Cyanursäure messen. Mit Salzelektrolyse oder unstabilisiertem Chlor spielt das eine viel kleinere Rolle.

Was verschleißt, und was es kostet
Beim Sandfilter verschleißen zwei Dinge: der Sand und das Ventil. Filtersand hält fünf bis sieben Jahre, dann sind die Körner rund geschliffen, und der Sand verklumpt oder bildet Kanäle. Der Wechsel ist ein Nachmittag mit dem Nasssauger; für die meisten Kessel im Hausgarten kostet der Sand grob 30 bis 150 €, Filterglas ein Mehrfaches davon. Auch die Sterndichtung im 6-Wege-Ventil nutzt sich ab: Läuft in Stellung „Filtern“ ständig Wasser in den Kanal, ist meist sie fällig, und die Dichtung ist billig, ein neues Ventil nicht.
Beim Kartuschenfilter verschleißt die Kartusche. Sie hält ein bis drei Saisons, je nachdem, wie groß sie für den Pool ist, wie viel sie fangen muss und wie sie gepflegt wird, und sie ist fertig, wenn das Vlies ausfranst, eine Endkappe reißt oder sie sich nicht mehr auf ihren Anfangsdruck reinigen lässt. Für einen großen Einbaufilter kostet eine Kartusche grob 50 bis 200 €, ein Satz für einen Mehrkartuschenfilter mehrere Hundert Euro, je nach Marke. Über zehn Jahre ist das meist mehr als der Sand, und der zweite Satz gehört mit in die Rechnung.
Nur nach Geld betrachtet liegen beide näher beieinander, als beide Lager zugeben. Der Sandfilter ist meist der günstigere Kessel und etwas billiger im Unterhalt. Die Kartusche holt einiges zurück, wo Wasser und Abwasser teuer sind, und mit einer drehzahlgeregelten Pumpe: Eine saubere Kartusche ohne 6-Wege-Ventil setzt der Pumpe weniger Widerstand entgegen, was bei niedriger Drehzahl auf der Stromrechnung sichtbar wird und bei einer Pumpe mit fester Drehzahl kaum.
Laub, Pollen und ein grünes Frühjahr
Bei viel Schmutz verdient sich der Sand seinen Ruf. Das Bett hat viel Raum zwischen den Körnern und ist in drei Minuten wieder sauber, deshalb sind ein Pool unter Eichen im Oktober, eine Pollenwoche im Mai oder ein grünes Becken beim Saisonstart lästig, aber keine Krise: filtern, rückspülen, weiterfiltern. Eine Kartusche trifft dieselbe Last mit einer Oberfläche, die sich zusetzt. Eine Algenblüte über eine Kartusche zu klären, kann heißen, sie jeden Tag herauszunehmen und abzuspritzen, bis das Wasser wieder klar ist, und abgestorbene Algen und Fette sind genau das, was eine Kartusche früh altern lässt.
Das 6-Wege-Ventil hat noch eine Funktion, die man schätzen lernt. In Stellung „Entleeren“ schickt es, was der Bodensauger aufnimmt, direkt in den Kanal, ohne den Sand zu belasten; so kommt grober Schmutz vom Boden, oder ein Flockungsmittel, das sich über Nacht abgesetzt hat. Ein Kartuschenfilter hat diese Stellung nicht, es sei denn, der Installateur baut ein Ventil dafür ein, und Flockungsmittel darf nie durch eine Kartusche: Es verklebt die Falten.
Bei wenig Last glänzt die Kartusche. Ein Pool unter freiem Himmel, nachts meist abgedeckt und vom Roboter gereinigt, gibt ihr wenig zu tun, und eine gut bemessene Kartusche läuft dann wochenlang und poliert das Wasser eine Spur brillanter als Sand. Steht Ihr Pool unter Bäumen und ist er jedes Frühjahr grün, ist das Rückspülen des Sandfilters die freundlichere Routine.
Sand, wenn … Kartusche, wenn …
Nehmen Sie den Sandfilter, wenn Sie möglichst wenig Handarbeit wollen, der Pool unter Bäumen steht oder gern grün in die Saison startet, Sie über „Entleeren“ absaugen und Flockungsmittel nutzen möchten und das Rückspülwasser einen erlaubten Weg in den Kanal hat. Er ist nicht ohne Grund der Standard. Fragen Sie nach Filterglas statt Sand, wenn Sie aus demselben Kessel feiner filtern wollen.
Nehmen Sie die Kartusche, wenn Wasser teuer oder das Rückspülen bei Ihnen eingeschränkt ist, es an der Technik keinen Kanalanschluss gibt oder der Pool klein, abgedeckt und robotergereinigt ist, sodass wenig Last anfällt. Bemessen Sie sie großzügig, kaufen Sie am ersten Tag einen zweiten Satz Kartuschen und legen Sie einen Wasserhahn in Reichweite des Filters. So oder so wird der Filter nach Volumen und Umwälzung des Pools bemessen; zeichnen Sie das Becken deshalb zuerst maßstäblich im kostenlosen Designer, denn das Volumen, das er ausgibt, ist die Zahl, nach der Pumpe und Filter gewählt werden.
Sand ist der gelassene Standard: alle ein, zwei Wochen einen Hebel drehen, alle fünf bis sieben Jahre billiges Filtermaterial tauschen, und Laub und ein grünes Frühjahr steckt er weg. Nehmen Sie die Kartusche, wenn Wasser teuer oder Rückspülen eingeschränkt ist, wenn es an der Technik keinen Kanal gibt oder der Pool klein und wenig beansprucht ist, und kaufen Sie am ersten Tag einen zweiten Satz Kartuschen.
Häufige Fragen
- Welcher filtert feiner, Sand oder Kartusche?
- Die Kartusche: typischerweise bis etwa 10 bis 20 Mikrometer, gegenüber 20 bis 40 beim Sandbett. Filterglas im Sandfilter verkleinert den Abstand. Klar wird das Wasser mit beiden; der Unterschied ist die letzte Brillanz, und die Wasserchemie zählt mehr als der Filter.
- Wie oft muss man einen Sandfilter rückspülen?
- Wenn das Manometer etwa 0,3–0,5 bar über dem Wert des sauberen Filters steht, nach Herstellerangabe, nicht nach festem Plan. Im vollen Sommer ist das typischerweise alle ein, zwei Wochen. Häufigeres Rückspülen verschwendet Wasser und filtert schlechter, weil ein leicht beladenes Bett feinere Partikel fängt.
- Wie lange hält eine Filterkartusche?
- Typischerweise ein bis drei Saisons. Rechtzeitiges Abspritzen, ein- bis zweimal pro Saison ein Bad in Kartuschenreiniger und ein zweiter Satz im Wechsel verlängern das. Ersetzen Sie sie, wenn das Vlies ausfranst oder sie sich nicht mehr auf den Anfangsdruck reinigen lässt.
- Kann ich den Sand gegen Filterglas tauschen?
- In den meisten Sandfiltern ja. Glas kommt in denselben Kessel, filtert nach Herstellerangaben feiner und hält meist länger. Es ist bei gleichem Volumen leichter als Sand; füllen Sie deshalb die Glasmenge ein, die der Filterhersteller angibt, nicht das Gewicht des alten Sandes.
- Und was ist mit Kieselgurfiltern?
- Kieselgurfilter sind die dritte Bauart, in den USA verbreitet, an privaten Pools in Europa selten. Sie filtern am feinsten, bis auf wenige Mikrometer, aber nach jedem Rückspülen wird frisches Kieselgurpulver eingefüllt, ein feiner Staub, den man nicht einatmen sollte, und manche Gemeinden regeln, wohin das verbrauchte Pulver darf. Für die meisten Hausbesitzer sind Sand oder Kartusche das bequemere Leben.
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